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01.02.20191. Liga

Captain's Corner - Stefan Righini im Interview

46911415_1765453156916377_2169870993231708160_o.jpgBern Capitals: Rige, wie beurteilst du den bisherigen Saisonverlauf der 1. Mannschaft?

Stefan Righini: Ich denke, diese Frage muss man ein wenig differenzieren. Resultatmässig würde ich ein eher durchzogenes Feedback ziehen. Wir haben es auch in dieser Saison bisher noch nicht geschafft, gegen die Top 2 der Liga Punkte zu holen. Des Weiteren sind ärgerliche Punktverluste gegen Gegner der unteren Tabellenhälfte dazugekommen. Stellt man den Anspruch an sich, ein Spitzenteam zu sein, müssen beide beschriebenen Umstände eigentlich anders aussehen.

Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir in vielen Bereichen grosse Fortschritte erzielt haben. Das defensive Spielsystem wurde stark verbessert und wir sind durch unseren Trainerstaff fähig, für jedes Spiel einen funktionierenden Gameplan auf das Feld zu bringen. Zudem haben wir in den letzten Wochen gezeigt, dass wir über einen sehr breiten Kader verfügen und verletzungsbedingte Abwesenheiten grösstenteils kompensieren können.

Bern Capitals: Du spielst bisher eine "Wahnsinns- Saison" und stehst klar an der Spitze der Torschützenliste. Hat dich das Captain- Amt dermassen beflügelt oder wie erklärst du dir diese offensive Explosion?

Stefan Righini: Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt und trotzdem kann ich sie nicht abschliessend beantworten. Zum einen ist es aber sicher so, dass ich mich vor und während eines Spiels verantwortlich fühle, in Sachen Einsatz und der Einstellung zum Spiel vorbildlich zu agieren. Dies hat möglicherweise einen positiven Einfluss auf meine Leistung. Zum anderen muss ich sagen, dass ich - insbesondere im Powerplay – extrem von der individuellen Klasse meiner Mitspieler profitiere. Ein nicht unerheblicher Teil meiner Tore hätten wohl auch 95% aller anderen 1. Liga-Spieler erzielt. Relativierend möchte ich hier noch erwähnen, dass ich in den meisten Spielen eigentlich gar nicht aussergewöhnlich effizient war. Mit einer konstant hohen Effizienz könnten problemlos noch einige Skorerpunkte mehr auf dem Board stehen.

Bern Capitals: Was fehlt den Bern Capitals noch um den Sprung an die absolute Spitze der 1. Liga zu schaffen?

Stefan Righini: Zwei Punkte kommen mir hier spontan in den Sinn; Effizienz und individualtaktische Cleverness. Bezüglich der Effizienz war es in vielen Spielen augenfällig, wie viel spielerischen Aufwand wir betreiben, um ein Tor zu schiessen. Wir spielen uns häufig zahlreiche gute Torchancen heraus, sind dann aber vor dem Tor oder beim letzten Pass zu ungenau. Zudem gelingt es uns im Moment noch zu selten, einfache, Tore zum Beispiel durch Weitschüsse oder Rebounds, zu schiessen. Im Bereich der individuellen Cleverness habe ich das Gefühl, dass wir uns manchmal durch nur bedingt intelligente, individualtaktische Entscheidungen selber in Bedrängnis bringen. Können wir diese zwei Punkte in der verbleibenden Zeit noch weiter verbessern, wird es extrem schwierig uns zu schlagen.

Bern Capitals: Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen dem Captain- Team und dem Trainerstab?

Stefan Righini: Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ebenen würde ich als offen, zielorientiert und respektvoll beschreiben. Gutes wie auch Schlechtes darf von jeder Person im Team angesprochen werden. Dem Team wird relativ viel Freiheit gewährt, wobei von den Captains nur korrigierend interveniert wird, wenn es wirklich nötig ist. Ansonsten wird versucht, durch das eigene Verhalten und die eigene Leistung die Richtung vorzugeben. Vom Trainerstab werden vor allem spielerische Vorgaben gemacht, Aufstellungen festgelegt und der Trainingsalltag gestaltet. Der Austausch mit dem Team und den Captains ist auch hierbei stetig gegeben.

Bern Capitals: Was erwartest du von der letzten Doppelrunde der Qualifikation und den anstehenden Playoffs?

Stefan Righini: Persönlich erwarte (oder hoffe) ich, dass ich nach überstandener Verletzung wieder einigermassen schmerzfrei spielen kann. Auf der Teamebene stellt die Doppelrunde die perfekte Vorbereitung auf die Playoffs dar. Es erwarten uns mit Konolfingen und Olten der souveräne Leader und ein möglicher Viertelfinalgegner. Beide Spiele werden nicht einfach, was im Hinblick auf die entscheidende Phase der Saison als positiv zu werten ist.

Bern Capitals: Wir wechseln zum nicht immer ganz ernst gemeinten Teil und den entweder/oder Fragen. Fondue oder Raclette?

Stefan Righini: Da das Verhältnis zwischen meiner Verdauung und Brot etwas angespannt ist, definitiv Raclette.

Bern Capitals: Fussball oder Eishockey?

Stefan Righini: Um es mit den Worten von Tristan Scherwey zu sagen: «Lieber Bier in der Garderobe als Prosecco. »

Bern Capitals: Markus Bieri oder Markus Minder?

Stefan Righini: Das ist unmöglich zu beantworten. Ich bin einfach glücklich, solange wir auf die Unterstützung von Beiden zählen dürfen.

Bern Capitals: Ritschini oder Stefan?

Stefan Righini: Spielt mir eigentlich keine Rolle. Ich bin schon froh, wenn mich niemand mehr „Hühnerbrüstli“ nennt.

Bern Capitals: Bierhübeli oder Propeller?

Stefan Righini: Wenn ich die nähere Vergangenheit betrachte, hat man mich öfters im Bierhübeli als im Pröppu angetroffen. Wenn Wände sprechen könnten, würde man allerdings aus beiden Lokalen einige lustige Geschichten zu Ohren bekommen.  

Bern Capitals: Aufstieg mit den Caps oder Ferien in Thailand?

Stefan Righini: Zuerst das Eine und im Anschluss das Andere klingt vielversprechend. Zumal wir einige Thailand-Experten im Team haben, welche uns problemlos ein „massgeSchneitertes“ Aufstiegsparty-Ferienprogramm zusammenstellen könnten.

Bern Capitals: Vielen Dank für deine Antworten, gute Gesundheit und weiterhin viel Freude im Caps- Dress. Schön bist du bei uns!